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Mit der Einrichtung des EU-Infopoints auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag XB in Sandbostel im Rahmen des 5. internationalen Workcamps für Jugendliche wurde am 10. August 2011 eine sicherlich besondere Anlaufstelle für Fragen im Zusammenhang mit der europäischen Integration installiert.
Die feierliche Eröffnung in der ehemaligen Lagerküche wurde von dem Vorsitzenden der Stiftung Lager Sandbostel, Karl-Heinz Buck, und Anja Penk von der Regierungsvertretung Lüneburg vorgenommen. Karl-Heinz Buck betonte, dass es bei einem Gedenkort, wie dem ehemaligen Lager in Sandbostel, natürlich auch um die Themen Menschenrechte, Friedensarbeit, Demokratie und Völkerverständigung gehe. Der Europaabgeordnete Bernd Lange betonte in seiner Rede vor den rund 50 Gästen, dass die EU erst aus den Erfahrungen der Vergangenheit geboren wurde. Ganz besonders hob er dabei die historischen Leistungen des ehemaligen französischen Außenministers Robert Schuman hervor, der nur 5 Jahre nach dem 2. Weltkrieg für Versöhnung zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern eingetreten war und den er mit den Worten zitierte: „Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen. Der Beitrag, den ein organisiertes und lebendiges Europa für die Zivilisation leisten kann, ist unerlässlich für die Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen.“ Bernd Lange endete mit den Worten: „Europa lässt sich nicht herstellen oder verordnen. Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.“

von links: Bernd Lange, Karl-Heinz Buck, Anja Penk, Detlef Cordes
Im direkten Anschluss an die Infopointeröffnung fand die von den polnischen, russischen und deutschen Jugendlichen des 5. internationalen Workcamps in Sandbostel gestaltete Gedenkfeier für die im ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager umgekommenen Häftlinge statt. Im Mittelpunkt stand die Kranzniederlegung auf der Kriegsgräberstätte in Sandbostel. In den zurückliegenden zwei Wochen hatten sich die 24 Campteilnehmer/innen u. a. mit zwei Projekten befasst. Zum einen beschäftigten sie sich intensiv mit dem Schicksal polnischer Häftlinge, zum anderen mit dem Herstellen von Namensziegeln für sowjetische Gefangene. Jede/r Campteilnehmer/in übernahm dabei eine Patenschaft für einen im Lager umgekommenen Häftling. Die aus Ton gefertigten Ziegel werden später auf der Kriegsgräberstätte mit dem Ziel angebracht, den dort in anonymen Massengräbern bestatteten sowjetischen Kriegsgefangenen ihre Namen zurückzugeben. Der russische Botschaftssekretär Wladimir Kukin wertete das Internationale Workcamp als „konstruktiven Beitrag der Erinnerung“. Jede Namenstafel sei ein weiterer Schritt gegen das Vergessen. |